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Die Catullo Höhlen in Sirmione

Die Catullo Höhlen in Sirmione

Die Bezeichnung "Grotte di Catullo "(Höhlen des Catull) stammt aus dem 15. Jahrhundert, als man die Werke des römischen Dichters Catull wiederentdeckte, in welchen er unter anderem die Schönheit Sirmiones preist, wo er ein Haus besaß, in welches er sich von Zeit zu Zeit zurückzog. Nach ihm wurde also diese Villa, die weder eine Höhle ist, noch wirklich Catull gehörte, da sie erst nach Catulls Tod erbaut wurde, benannt. Man grub sie unter Bergen von Schutt und Gestrüpp wieder aus. Der Beriff "Grotta" bezeichtete ursprünglich ein eingefallenes Gebäude, also eine Ruine. Die Villa, bzw. was von ihr übrig war, wurde im 16. Jahrundert von wichtigen Persönlichkeiten besucht, so zum Beispiel der Herzogin Isabella d'Este Gonzaga und Andrea Palladio, welcher die Ruinen nach römischen Bautechniken untersuchte.

Die Villa wurde höchstwahrscheinlich Anfang des ersten Jahrhunderts nach Christus erbaut, jedoch schon im dritten Jahrhundert nach Christus wieder verlassen, teilweise abgetragen und für andere Gebäude verwendet und stürzte schließlich ein. Später wurde sie in die Befestigungsanlagen von Sirmione integriert.

Während der französischen Besatzung durch Napoleon Bonaparte im Jahre 1801, wurden die Ruinen von General La Combe St. Michel, Kommandant der Artillerie, untersucht. In den folgenden 150 Jahre wurden immer wieder Grabungen und Forschungen vorgenommen. Das gesamte Gelände breitet sich auf einer Größe von ca. zwei Hektar aus, allerdings ist nur ein Bruchteil dessen heute sichtbar und erhalten. Das Obergeschoss, der Herrschaftliche Teil der Villa, ist leider der am schlechtesten Erhaltene, da er am meisten Wind und Wetter ausgesetzt war, und auch im Laufe der Zeit als Materialquelle für andere Bauten dienen musste. Besser erhalten sind das Zwischengeschoss und das Untergeschoss.

Der Haupteingang der Villa befand sich im südlichen Vorbau. Charakteristisch für diesen Bau waren lange Säulengänge und Terrassen, von welchen aus man in Richtung See blicken konnte. Auf der Nordseite der Villa befand sich eine große Aussichtsplattform, ausgestattete mit einem velarium, also einem Sonnensegel.

Noch heutzutage kann man auf der Ostseite den gedeckten Wandelgang besichtigen. Die Wohnräume befanden sich im nördlichen und südlichen Teil der Villa, während sich im Mittelteil ein großer Garten befand. Unter dem Südteil der Villa, dessen Boden im Opus Spicatum, in einem Muster, das an Ähren erinnert, gefließt waren, befand sich eine große Zisterne von fast 43 Metern Länge, in welcher das Regenwasser für den täglichen Gebrauch gespeichert wurde.

In dem 1999 eröffneten Museum im Innern der Ruinen kann man Funde aus Ausgrabungen der Villa bestaunen, als auch Funde aus anderen römischen Villen rund um den Gardasee.



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